Wirtshus zum Wyberg, Teufen Zürich
Wo früher die Heubühne war, haben heute Gourmetmenüs ihren grossen Auftritt. Eine Etage tiefer pflegt die Wirtsstube währschafte Schweizer Küche. Am Fuss der Treppe fällt die Entscheidung, wie der Abend schmeckt.
Zwei Etagen, zwei Küchen
Seit 1994 ist das «Wirtshus» im Zürcher Unterland eine Adresse für regionale Küche. Geführt wird es von Martin Aeschlimann in zweiter Generation, zusammen mit seiner Frau Carol und seiner Schwester Rebecca. Auch die Eltern Peter und Luzia wirken weiterhin mit. Gemeinsam bespielen sie zwei Stockwerke.
Die Wirtsstube im Erdgeschoss bietet Kalbshackbraten nach Familienrezept, Kalbsleber, Schmorgerichte und Burger. Im Pratum im Obergeschoss stehen Gourmetmenüs auf der Karte. Pratum ist Latein und bedeutet Wiese. Der Name passt zu einer Küche, die sich in den Wiesen und Wäldern der Umgebung bedient und dafür mit 15 GaultMillau-Punkten ausgezeichnet ist. Zwischen raffiniert und währschaft muss sich das Wyberg nicht entscheiden: Die Aeschlimanns widmen beidem jeweils ein ganzes Stockwerk.
Was bestellen die Gäste, was liebt der Chef?
Martin Aeschlimann verteilt seine Favoriten auf beide Etagen. Im Pratum beginnt er mit Wild-Ravioli mit Wildschweinschulter, Tomaten und Feta, danach Zander aus Rafz mit Ringelblumen, Karotten und Mais-Cake. In der Wirtsstube darf es unkomplizierter sein: Kürbis-Gnocchi mit Kürbiskernen und Chutney, gefolgt vom Crispy-Chicken-Burger mit Haussauce, Zwiebelchutney, Biowachtelei und Pommes frites.
Die Gäste beginnen im Pratum gerne mit dem Nüsslisalat «Chef». Dann kommt das Pfeffer-Potpourri: Reh, Hirsch und Wildschwein in drei Töpfchen, dazu Spätzli, Kartoffelstock und Polenta. Unten verschwindet zuerst das hausgemachte Wyberg-Knoblauchbrot, beim Hauptgang fällt die Wahl oft auf das Rindsfilet unter der Käsekruste. Die schwierigste Entscheidung des Abends fällt im Wyberg deshalb schon vor dem ersten Gang: Treppe ja oder nein?