Raffaella Iten Metzger: Die De Marquet-Gründerin
Wie aus einer Reiseidee eine Schweizer Luxusmarke mit internationalem Anspruch entstand.
Das stilvolle Porträt der Designerin Raffaella Iten Metzger mit einer De Marquet Tasche vor urban verschwommenem Hintergrund verbindet moderne Eleganz mit hochwertigem Design und macht die exklusive Welt von BEYOND BY AMERICAN EXPRESS™ sichtbar. Im Magazin unterstreicht das Bild redaktionelle Inhalte zu kuratierten Marken, besonderen Shopping-Erlebnissen und attraktiven Vorteilen für Platinum Card Kundinnen und Kunden, die Qualität, Individualität und smarte Premium-Services schätzen.
Alles Wichtige auf einen Blick
Die Berner Unternehmerin gründete De Marquet 2020. Die Idee entstand auf Businessreisen. Schweizer Design trifft italienische Handwerkskunst. Platinum Mitglieder profitieren aktuell von einem exklusiven Vorteil.
Von der Businessreise zur eigenen Taschenmarke
Manchmal beginnt eine Geschäftsidee mit einem ganz alltäglichen Problem. Bei Raffaella Iten Metzger war es eine Tasche.
Auf kurzen Businessreisen wollte die Schweizer Unternehmerin mehrere Taschen dabeihaben: eine für den Tag, eine für den Abend und vielleicht noch eine für einen anderen Anlass. Im Handgepäck fehlte dafür schlicht der Platz. Also entwickelte sie selbst eine Lösung: die Night&Day Bag, eine Basis, die mit unterschiedlichen Covers kombiniert werden konnte. Die Covers benötigten im Koffer kaum mehr Platz als ein T-Shirt.
«Das war für mich ein sehr typischer Ausgangspunkt: Ein konkretes Problem aus meinem eigenen Alltag, für das ich keine Lösung gefunden hatte. Also habe ich versucht, selbst eine zu entwickeln», so Raffaella.
Die Night&Day ist heute nicht mehr Teil des aktuellen Sortiments. Die Idee dahinter legte jedoch den Grundstein für «De Marquet».
Noch einmal etwas Neues wagen
Als Iten Metzger De Marquet gründete, war sie keine klassische Jungunternehmerin mehr. Sie hatte viele Jahre in Kommunikation und Werbung gearbeitet und später eine eigene Kommunikationsagentur in Bern geführt. 2020 startete sie mit der Signature Baby, die zum ikonischen Modell von «De Marquet» werden sollte, in ein neues Kapitel.
Trotz ihrer unternehmerischen Erfahrung war der Einstieg in die Modewelt ein Wagnis. Design, Prototypen, Materialien, Produktion, Logistik und Qualitätskontrolle musste sie sich neu erschliessen. Gleichzeitig konnte sie darin ihre kreative Seite mit ihrer unternehmerischen Erfahrung verbinden.
«De Marquet» erzählt eine Familiengeschichte
Auch der Name ihrer Marke ist persönlich: «De Marquet» war der Familienname von Iten Metzgers Urgrossmutter, einer Wiener Adeligen mit Verbindung zum kaiserlichen Hof von Franz Joseph.
Ihre ästhetische Prägung führt die Gründerin jedoch vor allem auf ihren Vater zurück. In seiner Freizeit malte er impressionistisch und spielte Klavier, sein eigentlicher Berufswunsch wäre Bühnenbildner gewesen. Zu Hause veränderte er immer wieder Stoffe, Farben und Stimmungen.
«Ich bin mit einer sehr starken visuellen Erziehung aufgewachsen, ohne dass mir jemals jemand wirklich Design beigebracht hätte», sagt die Gründerin. Als sie später einen Namen für ihre Marke suchte, wollte sie deshalb nichts künstlich Ersonnenes. «De Marquet hatte für mich ganz viel Heritage und Geschichte und konnte gleichzeitig etwas völlig Neues werden.»
Schweizer Design trifft auf italienisches Handwerk
Entwickelt werden die «De Marquet» Taschen in Bern, produziert werden sie in kleinen Stückzahlen in der Toskana. Iten Metzger setzt auf klare, geometrische Formen, hohe Funktionalität und handwerkliche Details, die auf den ersten Blick oft kaum sichtbar sind.
Dazu gehört beispielsweise die Verarbeitung der Lederkanten. Beim sogenannten tinto in costa-Verfahren werden diese präzise geschnitten und anschliessend in mehreren Durchgängen von Hand aufgebaut, eingefärbt und versiegelt.
Auch die Stückzahlen bleiben bewusst klein: Von jeder Kombination aus Modell, Leder-Art und Farbe werden weltweit maximal 40 Exemplare gefertigt.
«Qualität bedeutet für mich nicht nur, wie eine Tasche aussieht, wenn sie neu ist. Entscheidend ist, wie sie mit einem lebt», sagt Raffaella.
Was bedeutet Luxus?
Für die Gründerin gehören Ästhetik und Funktion untrennbar zusammen. Eine Tasche soll nicht nur gut aussehen, sondern ihren Besitzerinnen den Alltag erleichtern und sie möglichst vielseitig begleiten.
«Eine schöne Tasche, die man nach wenigen Wochen nicht mehr gerne trägt, ist für mich kein Luxus», sagt sie. «Luxus bedeutet auch, dass etwas durchdacht ist und einem das Leben leichter macht.»
Deshalb sind es Qualität, Zeit und persönliche Bedeutung, die Luxus ausmachen. «Für mich ist guter Luxus die Verbindung von Ästhetik und Alltagstauglichkeit. Wenn etwas schön ist und gleichzeitig selbstverständlich funktioniert.»
Wenn die eigene Marke plötzlich in der Hamburger Metro auftaucht
Heute ist «De Marquet» längst über die Schweiz hinausgewachsen: Neben dem Schweizer Heimatmarkt ist die Marke unter anderem in Italien, Frankreich, den USA und im Nahen Osten vertreten. Dabei setzt Raffaella bewusst auf ausgewählte Verkaufsstellen: «Es ist mir wichtiger, in 30 Keypoints präsent zu sein, als in 300 Läden, wo «De Marquet» irgendwie nicht hingehört.»
Dass ihre Taschen inzwischen ein Eigenleben entwickelt haben, zeigen manchmal die unerwarteten Momente. Erst kürzlich schickte ihr ein Freund ein Foto aus der Hamburger Metro: Darauf eine ihr unbekannte Frau mit einer ihrer Taschen.
«Da hüpft mein Herz in meiner Brust», erzählt sie begeistert.
Genau darin liegt für sie der besondere Moment einer wachsenden Marke: Wenn andere Frauen die Produkte entdecken und auf ihre eigene Weise tragen. «Dann gehört die Marke nicht mehr nur mir, sondern wird von anderen Frauen auf ihre eigene Weise interpretiert.»
«Man sollte sich erlauben, noch einmal Anfänger zu sein»
Angekommen ist Raffaella Iten Metzger trotzdem noch lange nicht. Erfolg bemisst sie heute weniger an einer bestimmten Zahl oder einem Status. «Für mich ist ganz klar der Weg das Ziel, und ich gehe weiter auf dem Weg, weil ich noch nicht angekommen bin.»
Wer selbst mit dem Gedanken spielt, noch einmal etwas Neues zu beginnen, dem rät sie, nicht auf den perfekten Moment zu warten. Den gebe es wahrscheinlich ohnehin nie. Eine gute Idee allein reiche allerdings ebenfalls nicht: «Ohne harte Arbeit geht einfach gar nichts.»
Vor allem aber müsse man bereit sein, Bekanntes hinter sich zu lassen und wieder Neues zu lernen. «Man sollte sich selbst erlauben, noch einmal Anfänger zu sein – auch wenn man schon viel erreicht hat.»
Vielleicht ist genau das die Geschichte hinter «De Marquet»: Erfahrung mitzunehmen, ohne sich von ihr begrenzen zu lassen – und neugierig genug zu bleiben, um noch einmal ganz von vorne anzufangen.
Häufige Fragen und Antworten
Gründerin und Creative Director von De Marquet.
Aus dem Wunsch nach einer flexiblen Tasche für Businessreisen.
In ausgewählten Manufakturen in der Toskana.