MO Jasmine, Zürich
So präzise, modern und gleichzeitig authentisch kann chinesische Küche sein. Das Restaurant MO Jasmine wirkt von aussen unscheinbar – im Innern jedoch öffnen sich kulinarische Welten.
Eines ist sicher: Wer bei chinesischer Küche in der Schweiz an lieblos gebratenen Reis und Glutamatbomben denkt, war noch nie im MO Jasmine. Am Herd steht Koch Chia-Yen Pan aus Taiwan. Entsprechend findet man auf der Karte nicht nur chinesische Köstlichkeiten, sondern auch solche aus Taiwan. Wie zum Beispiel Shacha-Sauce aus getrockneten Garnelen, Fisch, Knoblauch, Schalotten und Chili. Dazu Rindfleisch oder Tofu, alles kurz und kunstvoll im Wok gegart. Auf der Insel vor der Küste Chinas gilt diese Spezialität seit jeher als Wohlfühlgericht.
Doch die eigentliche Hauptattraktion des Hauses ist der Schweinebauch – ein Gericht, das Kritiker und Gäste gleichermassen begeistert. Küchenchef Pan gart ihn butterzart, schneidet ihn anschliessend in hauchdünne Scheiben und schichtet diese zu einer «Pagode des Geschmacks» – ohne das Messer einmal abzusetzen. Ein Schauspiel, das allein den Besuch in Altstetten lohnt. Vielleicht ist das MO Jasmine das beste chinesische Restaurant der Limmatstadt. Sicher aber eine Adresse, die weit über das Quartier hinausstrahlt.
Was bestellen die Gäste, was liebt der Chef?
Als Hauptspeise sind bei den Gästen gebratene Shacha-Nudeln mit Rind und Tofu sehr beliebt. «Typisch Taiwan!», betont der Chef. Zum Abschluss wird gerne Mango Pomelo Sago bestellt – ein erfrischendes Dessert mit Mango- und Pomelostücken, garniert mit seidigen Tapiokaperlen. Und kommt der Küchenchef selbst einmal zur Ruhe, serviert er sich zur Vorspeise ein «MO-Fünf-Gewürze-Rind», dünn geschnittenes, würziges Rindfleisch auf Lotuswurzelsellerie. Als Hauptspeise – wen wundert es – den Schweinebauch, serviert mit Pak Choi, chinesischem Senfkohl.